Die erste Phase unseres Vereins: Rettung des montanhistorischen Erbes

1990 gründete eine Gruppe von Idealisten und historisch interessierten Persönlichkeiten den Verein „NÖ Eisenstraße – Interessensgemeinschaft zur Förderung montanhistorischen Kulturgutes“ mit der Idee, das vielfältige Kulturgut in der Eisenwurzen zu bewahren und auch weiter zu entwickeln. Lehrer-, Schmiede-, Museums- und Wirtetreffen fanden regelmäßig mit dem Beweggrund statt, zu bewahren, zu revitalisieren, das Wissen zu vernetzen und weiterzugeben. Die Gründungsversammlung fand im Kremayr-Haus in Ybbsitz statt, die Schmiedegemeinde war Ausgangs- und Kristallisationspunkt der weiteren Entwicklung.

So ist es nicht verwunderlich, dass 1996 das Land Niederösterreich die Region, als eine von Dreien in ganz Niederösterreich, mit dem Titel „Kulturpark“ auszeichnete. Im gleichen Jahr ermöglichte die Anerkennung zur LEADER II Region und somit der Zugang zu EU-Fördermittel eine weitreichende Finanzierung der vielen, geplanten Revitalisierungsprojekten und Errichtungen von Themenwegen in der Region.

Phase 2: Fokus auf touristische Vermarktung

Durch den Zusammenschluss des Vereins Niederösterreichische Eisenstraße mit dem Tourismusverband Ötscherland im Jahr 2000 wurde der Verein nicht nur größter Gesellschafter in der Mostviertel Tourismus GmbH, welche sich um die touristische Vermarktung des gesamten Mostviertels bemüht, sondern änderte auch den Vereinsnamen auf „Kulturpark Eisenstraße-Ötscherland – Verband zur Förderung von Tourismus und dem Kulturgut Mostviertel-Eisenwurzen“.

Um die touristische Vermarktung effizienter zu gestalten wurde 2005 das operative Marketing an die Mostviertel Tourismus GmbH übergeben. Seit diesem Zeitpunkt bewirbt diese neben den weiteren Subregionen wie Moststraße, Pielachtal oder Traisental das Verbandsgebiet der Eisenstraße Niederösterreich auf regionaler, aber vor allem auf nationaler und internationaler Ebene.

Im Jahr 2016 übersiedelte das Vereinsbüro von Ybbsitz ins Schloss Neubruck (Scheibbs, St. Anton/Jeßnitz).

Im Jahr 2016 übersiedelte das Vereinsbüro von Ybbsitz ins Schloss Neubruck (Scheibbs, St. Anton/Jeßnitz).

Phase 3: Breit gefächerte Regionalentwicklung

Nach erfolgreicher LEADER II-Periode setzte der Verein auch von 2000 bis 2006 bei LEADER + weitere Regionalförderungsprojekte in den Bereichen Landwirtschaft und Gewerbe, Regionales Wissen, Metallgestaltung, Freizeitwirtschaft und Naturpark um.

In der Förderperiode 2007-13 unterstützte der Verein die Umsetzung von Regionalentwicklungsprojekten in den Schwerpunktthemen: kulinarische Genussregion, spürbare Tourismusregion, energieautarke Region, lehrende und lernende Region sowie Region mit Geschichte und Zukunft.

Der seit 2014 als Eisenstraße Niederösterreich firmierende Verein hat seit der Vereinsgründung viele Projekte betreut. Als ein Vorzeigeprojekt der Region kann das Oral History-Projekt „Dokumentation Eisenstraße“ („Schatzsuche Eisenstraße“) genannt werden. 2004 wurde dem Verein hierfür die besondere Anerkennung, der „Meilenstein – Dr. Erwin Pröll-Zukunftspreis“, verliehen. Ein Jahr später folgte dann vom Land Niederösterreich der Wissenschafts-Anerkennungspreis für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Zeitgeschichte.

2008 erreichte die Eisenstraße schließlich zum Thema „Tourismus und immaterielles Kulturerbe“ österreichweit den hervorragenden zweiten Platz bei der European Destinations of Excellence (EDEN) – ein Tourismus-Award der Europäischen Union.

Phase 4: zukunftsorientierte Regionalentwicklung mit klarem Fokus

In der aktuellen LEADER-Förderperiode 2014-2020 erarbeiteten 300 engagierte TeilnehmerInnen im Rahmen eines breiten Bürgerbeteiligungsprozesses eine neue Regionsstrategie mit dem Titel „Lebensraum Eisenstraße – Auf dem Weg zum Metal Highway Europas“. Fünf zentrale Regionsziele und sieben Themenfelder wurden definiert.

Auch organisatorisch bildete der Verein die neue, zukunftsorientierte Ausrichtung ab – mit einer Zweigvereinsstruktur und Partnern in den einzelnen Themenfeldern (siehe auch Organisation).

Die Pioniere: Das Foto oben zeigt das offizielle Gründungsfoto  vom Herbst 1990 (Kremayr-Haus, heute FeRRUM) – an der Frauenquote haben wir seit damals gearbeitet. Foto: Hans Karner

Gründung des Vereins im Jahr 1990 als „NÖ Eisenstraße – Interessensgemeinschaft zur Förderung montanhistorischen Kulturgutes“

Die Wurzeln des Vereins: Ybbsitzer Schmiederunde und Eisenstraße-Vertreter

Die Wurzeln des Vereins: Ybbsitzer Schmiederunde und Eisenstraße-Vertreter. Foto: Archiv Eisenstraße