Verbindung zur Eisenstraße

Die enge Verknüpfung der Geschichte Hollensteins mit der Eisenbearbeitung begann wahrscheinlich schon mit den Kelten, die dieses Gebiet zuerst besiedelten. Das erste sichere Zeugnis für eine ortsansässige Eisenindustrie stammt aus dem 12. Jahrhundert. Schon 1316 waren sechs Zerrennhammerwerke in Hollenstein genannt.

Die Eisenstraße verlief vom Erzberg kommend über den Mendlingpass nach Lassing und dann über die Promau in das ehemalige Loibautal in Hollenstein. Als im 14. Jahrhundert die Zahl der Hammerwerke am Loibaubach stark zunahm, erhielt es den heutigen Namen Hammerbachtal. In Hollenstein kreuzte sich der Weg mit einer zweiten Verbindungsstraße nach Eisenerz, der Straße aus dem Ennstal (Weyer) ins Ybbstal. Die Fuhrwerke, die diese Straßen befuhren, lieferten Lebensmittel zum Erzberg. Bei der Rückfahrt waren sie mit etwa 1.200 Kilogramm Rauheisen für die Hammerwerke oder mit Provianteisen (beim Schmelzprozess anfallendes Abfalleisen) für die einfachen „Zerrennhämmer“ beladen.

Eine erste Entlastung des Transportsystems von Eisen und Holz brachte die Flößerei auf der Enns und ab Mitte des 18. Jahrhunderts auf der Ybbs, die wesentlich mehr Ladegut aufnehmen konnten. Mehr als 100 Jahre später war es die Ybbstalbahn, die den Holztransport wesentlich vereinfachte.

Im 16. Jahrhundert standen dreizehn Großzerrennhämmern im oberen Ybbstal, wo sich deren Meister und Arbeiter zu einer eigenen Zunft zusammenschlossen. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts nahm die wirtschaftliche Bedeutung der gewerblichen Kleineisenindustrie ab. 1873 waren in Hollenstein nur mehr vier Werke im Betrieb: Hammerwerk Kalchau, Wentsteinhammer, Treffenguthammer und Pfannenhammer, der als letzter Betrieb 1941 die Erzeugung von Schaufeln, Piloten und Schlachtnägel einstellte.

Hollenstein beschloss bereits 1988 die Mitgliedschaft in der heutigen Eisenstraße Niederösterreich. Gemeinsam mit dem Verein und Fördergebern errichtete man den Sagenweg, revitalisierte den Wentstein- und Treffenguthammer und baute die kulturtouristische Initiativen Webereimuseum und Zwergenschmiede auf. Die Dreiklangskulptur am sogenannten Tanzboden auf der Voralpe gilt als sichtbares Verbindungszeichen der gesamten Österreichischen Eisenstraße (NÖ, OÖ, Stmk.).

Daten

Bezirk: Amstetten

Größe: 126 km²

Seehöhe: 485

Einwohner per 1.1.2019: 1.703

Bewaldungsgrad: 86,66 %

Web: www.hollenstein-ybbs.gv.at

Impressionen aus der Gemeinde

LEADER-Projekte mit Bezug zur Gemeinde

  • (c) weinfranz.at

Radregion Eisenstraße