Verbindung zur Eisenstraße

Laut Urkunde findet sich 993 der älteste Nachweis einer Besiedelung von Gleiß. Größere Bedeutung erlangte das Eisenwesen in dieser Gegend im 14. Jahrhundert, als sich die Hammerwerke von den Blähhäusern trennten. Die Blähhäuser blieben am Erzberg, sie erzeugten aus dem Erz das Rauheisen. Die Hammerwerke die dieses Rauheisen verfeinerten und es ausschmiedeten, zogen an die Wasserläufe des Ybbs- und Ennstales. Hier konnten sie sich leichter mit Holzkohle und Lebensmitteln versorgen.

Die drei wesentlichen Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung im Ybbstal im Zusammenhang mit dem Eisen waren die geographische Lage zum Erzberg auf dem Weg durch das Ennstal nach Steyr, aber auch die Route über Weyer nach Waidhofen und durch das unter Ybbstal in den Donauraum nach Wien.

1859 wurde ein Puddlingwerk und ein Fein-Streckpuddlingwalzwerk mit den entsprechenden Einrichtungen durch das Berggericht im heutigen Böhlerwerk bestätigt. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel erwarben 1872 die Gebrüder Böhler das Werk um 30.000 Gulden. Das expandierende Unternehmen bot für die Region neue Verdienstmöglichkeiten vor allem für die in ärmlichen Verhältnissen lebenden Waidhofner Schmiede. Ende 1855 belieferte dieses erste Warmwalzwerk Österreichs nicht nur die Kleineisenindustrie in der Eisenwurzen, sondern auch die allseits aufstrebende Industrie bis in den Raum von Wien.

Das „SCHLEIFEN“ hat im Raume Böhlerwerk lange Tradition. Der Schleifsteinbergbau im nahegelegenen k.k. Untertage-Steinbruch wurde hier schon 1799-1814 betrieben. Es wurden Schleifsteine mit ca. 2 m Durchmesser und 30 cm Breite hergestellt, welche an die weit über die regionalen Grenzen hinaus befindlichen Kunden (Messerer, Zirkelschmiede, Scherer, Werkzeugmacher, sowie um 1800 verstärkt an die Waffenerzeuger) geliefert wurden. Weiters waren im vorigen Jahrhundert die aus dem „Sonntagberger Sandstein“ hergestellten Wetzsteine weithin gefragte Produkte.

Mit dem Aufstieg der Großindustrie erlosch die große Zeit der “Schwarzen Grafen”, der reichen Hammerherren im Bereich Waidhofen und dem oberen Ybbstal.

Daten

Bezirk: Amstetten

Größe: 18 km²

Seehöhe: 340 m

Einwohner per 1.1.2019: 3.853

Bewaldungsgrad: 28,95 %

Web: www.sonntagberg.gv.at

Impressionen aus der Gemeinde

LEADER-Projekte mit Bezug zur Gemeinde

Magnetwerk Böhlerwerk

Sonntagberg an der Eisenstraße