Verbindung zur Eisenstraße

Der Zusatz beim Ortsnamen St. Georgen am „Reith“ stammt entweder von „reuten“ – dem alten Wort für roden – ab, oder er leitet sich vom alten Wort für Biegung her. Im heutigen Sprachgebrauch, wenn man von der „Reith“ spricht, meint man die steile Straße mit zwei starken Kurven zur Kirche hinauf, die weiterverlaufend zur ehemaligen Taverne (Pension zur Waldquelle) führt und weiters in der Krippstraße mündet. Die „Reith“ war Teil der Eisenstraße und beim Transport von Eisen von den Fuhrwerken nur kräfteraubend zu bewältigen. Deshalb wurde in der Taverne von den einst durchfahrenden Eisen- und Proviantfuhrleuten nicht nur genächtigt, sondern es wurden auch die Gespanne gewechselt.

Fünf Gehminuten von der Kirche entfernt quillt der respektable Reithbach aus einer felsigen Karstquelle. In seinem nur 400 Meter langen „Leben“ trieb der Reithbach früher einen Zerrennhammer, eine Pfannenschmiede, eine Säge und ein paar Bauernmühlen an, bis der Bach in die Ybbs mündet. Im unteren Teil des Ortes sind noch das Herrenhaus und die alte Esse des Pfannenhammers zu sehen. In St. Georgen wurde zudem Braunkohle abgebaut, mit denen die eisenverarbeitenden Betriebe versorgt wurden. Die ehemaligen Stollen sind gesperrt, da sie nicht mehr begehbar, weil einsturzgefährdet, sind.

Von Herbert Möbius-Patek

Daten

Bezirk: Amstetten

Fläche: 40 km²

Seehöhe: 522 m

Einwohner per 1.1.2019: 549

Bewaldungsgrad: 77,90 %

Web: www.st-georgen-reith.gv.at

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